Was ist der Unterschied zwischen Kugelstrahlen und Niederdruck-Sandstrahlen?
-
Inhaltsverzeichnis
- Kugelstrahlen
- Glasperlenstrahlen
Sandstrahlen, Kugelstrahlen oder Aeroradier-Strahlen – die Begriffe werden im Alltag häufig durcheinandergebracht. Tatsächlich basieren alle Verfahren auf demselben Prinzip: Ein Strahlmittel trifft mit Druck auf eine Oberfläche und entfernt dabei Rost, Verschmutzungen oder alte Beschichtungen.
Die Unterschiede liegen vor allem beim Arbeitsdruck, beim verwendeten Abrasiv und beim Ergebnis auf der Oberfläche. Zwischen Kugelstrahlen und Aeroradier-Strahlen gibt es dabei deutliche Unterschiede beim Materialabtrag und bei der Kontrolle während der Bearbeitung.
Mit dem Glasperlenstrahlen existiert außerdem eine Technik, die beide Bereiche teilweise miteinander verbindet.
Kugelstrahlen – näher am klassischen Sandstrahlen
Kugelstrahlen arbeitet ähnlich wie klassisches Sandstrahlen mit hohem Druck. Statt mineralischem Strahlmittel kommen kleine Stahlkugeln oder metallische Partikel zum Einsatz, die mit hoher Geschwindigkeit auf die Oberfläche treffen.
Die Technik wird hauptsächlich in Industrie und Metallbearbeitung verwendet. Typisch sind große Anlagen, hohe Luftleistungen und robuste Werkstücke aus Stahl oder Aluminium.
Im Vergleich dazu arbeitet Aeroradier-Strahlen mit deutlich weniger Druck und kontrollierterem Materialabtrag. Genau dieser Unterschied entscheidet später darüber, wie aggressiv die Oberfläche bearbeitet wird.
Worin unterscheiden sich Kugelstrahlen und Aeroradier-Strahlen?
Die größten Unterschiede liegen beim Arbeitsdruck und beim verwendeten Strahlmittel:
- Arbeitsdruck: Kugelstrahlen arbeitet ähnlich wie klassisches Sandstrahlen mit hohem Druck, teilweise bis 12 bar. Aeroradier-Strahlen bewegt sich dagegen normalerweise unter 6 bar.
- Strahlmittel: Beim Kugelstrahlen kommen Stahlkugeln oder metallische Abrasive zum Einsatz. Beim Niederdruckverfahren werden dagegen mineralische oder weichere Strahlmittel wie Garnet, Walnussschalen oder Natriumbicarbonat verwendet.
Der Unterschied zeigt sich direkt auf der Oberfläche: Kugelstrahlen trägt Material aggressiver ab und eignet sich für robuste Metallteile oder industrielle Anwendungen. Das Niederdruckverfahren erlaubt dagegen präziseres Arbeiten auf empfindlicheren Oberflächen.
Dünnes Blech, Aluminiumteile oder empfindliche Werkstücke verziehen sich unter hohem Druck schneller oder bekommen tiefe Einschläge. Mit weniger Druck bleibt der Materialabtrag besser kontrollierbar.
Wofür wird Kugelstrahlen eingesetzt?
Kugelstrahlen wird hauptsächlich für Metalloberflächen verwendet. Typische Anwendungen sind Stahlträger, Industriebauteile, Fahrgestelle oder große Metallflächen vor einer Beschichtung.
Die Technik entfernt Rost, alte Lackschichten, Zunder oder Beschichtungen und bereitet die Oberfläche auf weitere Arbeitsschritte vor.
Zusätzlich wird das Verfahren in bestimmten Industriebereichen genutzt, um die mechanische Belastbarkeit von Bauteilen zu verbessern.
Die Anlagen arbeiten stationär oder in großen Strahlkabinen und bewegen sich preislich deutlich über klassischen mobilen Niederdruck-Strahlgeräten.
Glasperlenstrahlen – kontrolliertes Arbeiten mit feinen Glasperlen
Das Glasperlenstrahlen verbindet Elemente aus Kugelstrahlen und Aeroradier-Strahlen. Verwendet werden feine Glasperlen oder keramische Kugeln, die mit vergleichsweise niedrigem Druck auf die Oberfläche treffen.
Im Unterschied zum industriellen Kugelstrahlen kommen keine Stahlkugeln zum Einsatz und der Materialabtrag bleibt deutlich besser kontrollierbar.
Dadurch eignet sich die Technik besonders für empfindlichere Metallteile oder Oberflächen, bei denen das Finish eine wichtige Rolle spielt.
Wofür wird Glasperlenstrahlen verwendet?
Glasperlenstrahlen wird häufig für Metallteile eingesetzt, bei denen eine saubere und gleichmäßige Oberfläche gewünscht ist.
- Reinigung von Motorenteilen, Felgen oder mechanischen Bauteilen
- Bearbeitung von Aluminium oder dünnem Blech ohne starken Materialabtrag
- Reinigung empfindlicher Metalloberflächen
- Mattieren oder Satinieren von Metallteilen
- Bearbeitung von Oberflächen in der Nähe von Glas, da Glasperlen Glas nicht verkratzen
In Werkstätten wird Glasperlenstrahlen häufig eingesetzt, wenn Oberflächen gereinigt werden sollen, ohne dabei tiefe Strahlspuren zu hinterlassen.
Glasperlenstrahlen – auch für kleinere Werkstätten interessant
Im Gegensatz zu industriellen Kugelstrahlanlagen bleibt diese Technik auch für kleinere Werkstätten, Restaurierungsbetriebe oder ambitionierte Heimwerker interessant.
Benötigt wird lediglich ein mobiles Niederdruck-Strahlgerät mit passendem Kompressor.
Bei Außenarbeiten oder staubempfindlichen Bereichen kann zusätzlich eine Wassernebel-Option eingesetzt werden. Dieses Hydro-Strahlen reduziert die Staubentwicklung und sorgt dafür, dass sich die Partikel schneller am Boden absetzen.
Auf Stein- oder Metalloberflächen im Außenbereich wird diese Technik deshalb regelmäßig eingesetzt.
Verschleißteile am Aeroradier-Strahlgerät austauschen
Bauteile, die beim Aeroradier-Strahlen dauerhaft mit Abrasiv in Kontakt stehen, verschleißen mit der Zeit ganz normal. Viele dieser Verschle [...] Wie lässt sich Staub beim Sandstrahlen reduzieren?
Mit Hydro-Strahlen, einer Absaugbürste und den passenden Strahlmitteln lässt sich die Staubentwicklung beim Aeroradier-Strahlen deutlich red [...] Verstopfungen beim Strahlgerät beheben
Beim Sandstrahlen können Verstopfungen verschiedene Ursachen haben – Feuchtigkeit, falsche Einstellungen oder ungeeignetes Strahlmittel gehö [...]