Das richtige Strahlmittel wählen - Worauf es beim Niederdruckstrahlen wirklich ankommt
Beim Strahlen entscheidet das Strahlmittel direkt über die Oberfläche. Druck, Düse und Kompressor können sauber abgestimmt sein; mit dem falschen Material wird der Abtrag trotzdem unruhig, staubig oder zu aggressiv.
Holzfasern, Aluminium, alte Lackschichten, Rost und Stein reagieren unterschiedlich. Ein Strahlmittel, das auf Stahl sauber arbeitet, kann weiches Holz aufreißen. Ein zu feines Material schont die Fläche, braucht bei harten Beschichtungen aber mehr Zeit.
Deshalb gehört die Wahl des Strahlmittels zum Setup wie Kompressor, Schlauch und Düse.

Welche Strahlmittel gibt es?
Der Begriff Sandstrahlen bleibt im Alltag geläufig. In der Werkstatt wird beim Niederdruckstrahlen jedoch nicht mit einfachem Bausand gearbeitet.
Moderne Strahlmittel sind feiner abgestimmt. Sie lassen sich kontrollierter dosieren und passen besser zu Holz, Aluminium, dünnem Blech, Stein oder alten Beschichtungen.
Hochwertige Strahlmittel für das Niederdruckstrahlen enthalten normalerweise keine freie Silica. Die Angabe auf dem Sack sollte trotzdem geprüft werden, besonders bei unbekannten Produkten oder sehr günstigen Angeboten.
Garnet - das meistgenutzte Strahlmittel
Im mobilen Niederdruckstrahlen wird Garnet besonders häufig eingesetzt.
Garnet entfernt alte Farbe von Holz, löst Rost von Metall und trägt Beschichtungen von Stahlteilen ab. Bei Fachwerk, Gartentoren, Fahrzeugteilen oder lackierten Balken liefert es eine solide Basis, weil es genug Biss hat und sich trotzdem fein abstimmen lässt.
Das Material arbeitet vergleichsweise staubarm, kann bei sauberem Auffangen mehrfach verwendet werden und deckt einen großen Einsatzbereich ab. Für das AERORADIER-Verfahren ist Garnet deshalb ein naheliegender Einstieg.
Die Körnung verändert das Strahlbild. Grobere Körnungen greifen schneller an und entfernen harte Schichten zügiger. Feinere Körnungen arbeiten ruhiger auf Holz, Aluminium oder dünnerem Blech.
Bei lackierten Holzbalken, Möbeln oder Fensterläden entscheidet die Körnung darüber, ob die Oberfläche sauber vorbereitet wird oder zu rau wirkt.
Glasperlen, Nussschalen und Soda
Neben Garnet gibt es Strahlmittel für gezieltere Anwendungen:
- Glasperlen werden für Motorradgehäuse, Felgen, Aluminiumteile oder Edelstahloberflächen eingesetzt. Sie erzeugen eine satinierte Oberfläche und tragen weniger Material ab.
- Nussschalen arbeiten weicher. Sie passen zu empfindlicherem Holz, Möbeln oder Bereichen, bei denen die Oberfläche nur gereinigt und nicht stark geöffnet werden soll.
- Soda zählt zu den sehr feinen Strahlmitteln. Es eignet sich für sensible Bauteile, leichte Ablagerungen oder Anwendungen, bei denen möglichst schonend gearbeitet werden muss.
Die richtige Wahl hängt vom Material, vom Zustand der Beschichtung und vom gewünschten Ergebnis ab. Ein rostiges Geländer braucht eine andere Körnung als ein furniertes Möbelstück oder ein Aluminiumgehäuse.
Das passende Strahlmittel richtig auswählen
AERORADIER-Systeme arbeiten mit Strahlmitteln, die für Niederdruckstrahlen geeignet sind. Entscheidend ist eine feine, saubere Körnung.
Zu grobes Material belastet Düse, Schläuche und Dosierung. Der Strahlmittelfluss wird ungleichmäßig, Verstopfungen entstehen schneller und der Verschleiß steigt.
Ein Teil der Probleme beim Strahlen entsteht nicht am Gerät, sondern im Sack: ungeeignete Körnung, Feuchtigkeit, schlechte Siebung oder zu grobes Material.
Als einfache Orientierung gilt:
- Feines Strahlmittel in der Körnung von feinem Salz läuft in der Regel sauber durch das System.
- Körnungen in Richtung Kristallzucker liegen bereits im Grenzbereich.
- Sehr grobe Körnungen wie grobes Salz sollten vermieden werden.
Die richtige Körnung wählen
Holz, Metall, Aluminium und Stein reagieren nicht nur auf Druck, sondern auch auf die Körnung. Die Partikelgröße bestimmt, wie stark die Oberfläche geöffnet wird.
Alte Farbe auf Holzbalken verlangt eine andere Einstellung als Edelstahl, Naturstein oder Felgen. Zu grobes Strahlmittel hinterlässt auf Holz eine raue Struktur. Auf Metall kann es sinnvoll sein, wenn Rost oder harte Beschichtungen gelöst werden müssen.
Für viele Arbeiten reicht hochwertiges Garnet in passender Körnung aus. Erst bei besonders empfindlichen Oberflächen, speziellen Metallteilen oder sehr schonenden Anwendungen lohnt sich der Wechsel auf Nussschalen, Glasperlen oder Soda.
Niederdruckstrahlen lebt von Abstimmung. Druck, Düse und Strahlmittel müssen zusammenarbeiten. Mehr Härte bringt kein besseres Ergebnis, wenn die Oberfläche dadurch beschädigt wird.
Wichtig ist die Kennzeichnung auf dem Sack. Die Körnung sollte in „Mesh“ angegeben sein. Begriffe wie „extra fein“ oder „000“ sind für eine saubere Auswahl zu ungenau.
Als Faustregel gilt: Je höher die Mesh-Zahl, desto feiner und schonender arbeitet das Strahlmittel.
Verbrauch und Kosten richtig einschätzen
Der Verbrauch hängt von Düse, Druck, Material, Beschichtung und Arbeitsweise ab. Eine dicke Lackschicht auf Holz braucht mehr Material als leichter Flugrost auf Metall.
Beim Niederdruckstrahlen liegt der Durchschnitt häufig bei etwa 4 bis 5 kg Strahlmittel pro Quadratmeter. Auf rauen Flächen, bei stark haftenden Beschichtungen oder bei höherem Druck kann der Wert steigen.
Wer mit Planen arbeitet und das Strahlmittel sauber auffängt, kann hochwertiges Garnet mehrfach wiederverwenden. Das lohnt sich besonders bei größeren Projekten wie Balken, Fachwerk, Metalltoren oder mehreren Fensterläden.
Sauberes Strahlmittel läuft ruhiger, erzeugt weniger Störungen im Materialfluss und sorgt für ein gleichmäßigeres Strahlbild. Feuchtigkeit, Schmutz oder Fremdkörper verändern dagegen sofort die Dosierung.
Strahlmittel werden meist in 20-kg-Säcken oder auf Palette geliefert. Der Preis hängt von Material, Körnung und Qualität ab.
Hochwertiges Garnet liegt häufig bei etwa 50 bis 60 Euro pro Sack inklusive Lieferung. Bei größeren Mengen sinkt der Preis pro Kilogramm.
Der reine Sackpreis sagt wenig aus, wenn das Material schlecht läuft, stark staubt oder die Oberfläche unnötig angreift. Entscheidend ist, wie konstant das Strahlmittel durch das System läuft und welches Bild es auf dem Material hinterlässt.
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