Warum ist Schutzausrüstung beim Strahlen und Aeroradier-Strahlen so wichtig?
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Inhaltsverzeichnis
- Auswirkungen von Strahlarbeiten auf die Gesundheit
- Tipps für den richtigen Schutz
„Ich nutze mein Aeroradier-Strahlgerät nur gelegentlich – brauche ich wirklich Schutzausrüstung?“ Oder: „Ich arbeite draußen, weshalb sollte ich überhaupt eine Atemschutzmaske tragen?“ Genau diese Fragen stellen sich viele Anwender.
In einem anderen Beitrag haben wir bereits die wichtigsten persönlichen Schutzausrüstungen beim Sandstrahlen vorgestellt. Hier geht es darum, warum Schutzmaßnahmen beim Strahlen so wichtig sind und welche Risiken in der Praxis oft unterschätzt werden.
Gerade bei längeren Restaurierungsarbeiten merkt man schnell: Feiner Staub verteilt sich überall. Auf Werkzeugen, Kleidung, Werkstattflächen – und eben auch in der Luft.

Welche Auswirkungen haben Strahlarbeiten auf die Gesundheit?
Wie bei allen Strahlarbeiten entstehen auch beim Aeroradier-Strahlen feine Partikel und Staub. Die wichtigsten Risiken betreffen dabei vor allem die Atemwege.
Natürlich sollte man auch Hände, Augen und Haut vor herumfliegenden Partikeln schützen. Wirklich unterschätzt wird allerdings häufig die Belastung durch feinen Staub in der Luft.
Viele denken zunächst: „Ich arbeite ja nur kurz“ oder „Ich stehe doch draußen“. In der Praxis bleibt feiner Staub jedoch oft deutlich länger in der Luft, als man vermutet.
Gerade in Garagen, Hallen oder schlecht belüfteten Werkstätten sammelt sich die Belastung schnell an.
Feinstaub beim Strahlen
Beim Niederdruck- oder klassischen Sandstrahlen entsteht zwangsläufig Staub. Die feinsten Partikel gelangen tief in die Atemwege bis in die Lungenbläschen.
Viele merken davon anfangs kaum etwas. Wer allerdings regelmäßig ohne ausreichenden Schutz arbeitet, belastet seine Atemwege dauerhaft.
Dazu gehören unter anderem chronische Bronchitis, Asthma oder andere langfristige Atemwegserkrankungen.
Besonders kritisch wird es bei:
- langen Strahlzeiten
- geschlossenen Werkstätten oder Garagen
- regelmäßiger Nutzung
- Unterboden- oder Rostarbeiten
- alten Lackschichten unbekannter Zusammensetzung
Viele unterschätzen außerdem, wie fein Lack- oder Roststaub beim Strahlen tatsächlich wird.
Gefahren durch entfernte Materialien
Beim Strahlen wird nicht nur das Strahlmittel selbst freigesetzt. Auch alte Beschichtungen, Lacke, Rost oder Holzfasern lösen sich als feiner Staub.
- Holzstaub kann Hautreizungen und langfristig gesundheitliche Probleme verursachen.
- Metall- und Lackstaub von Stahl, Aluminium oder alten Beschichtungen sollte ebenfalls nicht eingeatmet werden.
- Besonders vorsichtig sollte man bei alten bleihaltigen Lacken sein. Gerade bei älteren Fahrzeugen, Toren oder Gebäuden weiß man oft nicht genau, welche Beschichtungen früher verwendet wurden.
Viele Restaurierer stellen erst beim Strahlen fest, wie viele unterschiedliche Lackschichten sich im Laufe der Jahre angesammelt haben.
Sind Strahlmittel gefährlich?
Früher wurde beim klassischen Sandstrahlen häufig Quarzsand verwendet. Dieser enthält Siliziumdioxid und gilt als gesundheitsschädlich.
Deshalb sollte man ausschließlich zugelassene Strahlmittel für das Aeroradier-Strahlen verwenden.
Wichtig ist dabei vor allem der Silikat- beziehungsweise Siliziumdioxid-Anteil. Dieser sollte möglichst gering sein und unter 1 % liegen.
Billige oder ungeeignete Strahlmittel können nicht nur gesundheitliche Risiken erhöhen, sondern auch Probleme beim Arbeiten verursachen.
Schutzausrüstung und Arbeitsplatz: So schützt man sich richtig
Wie bei allen Arbeiten mit Druckluft- oder Elektrowerkzeugen gehört auch beim Strahlen eine vollständige Schutzausrüstung dazu.
Dazu zählen:
- lange Arbeitskleidung oder Schutzkleidung
- robuste Handschuhe
- stabile Schuhe
- Schutzbrille
- Gehörschutz
Der wichtigste Schutz bleibt allerdings der Atemschutz.
Viele machen den Fehler, nur einfache Papiermasken zu verwenden. Diese reichen bei Strahlarbeiten meistens nicht aus.
Ein guter Atemschutz wirkt anfangs oft übertrieben – bis man einmal mehrere Stunden ohne vernünftige Schutzmaske gearbeitet hat.
Die richtige Atemschutzmaske wählen
Wer strahlt, sollte immer auf hochwertigen Atemschutz achten.
Für gelegentliche Arbeiten im Außenbereich eignet sich bereits eine gute P3-Filtermaske oder ein hochwertiger Doppelfilter-Atemschutz.
Wichtig ist:
- CE-zertifizierte Ausrüstung verwenden
- Filter regelmäßig wechseln
- Masken korrekt abdichten
Wer regelmäßig oder beruflich strahlt, arbeitet langfristig deutlich angenehmer mit einem Frischluft- oder Atemluftsystem.
Gerade bei langen Restaurierungsprojekten wird die eigene Gesundheit schnell zur Nebensache. Genau das sollte man vermeiden.
Staub beim Strahlen reduzieren
Zusätzlich zur Schutzausrüstung helfen einige einfache Maßnahmen dabei, die Staubbelastung deutlich zu reduzieren.
- Nur zugelassene Strahlmittel für Aeroradier-Strahlen verwenden.
- Möglichst im Außenbereich oder in gut belüfteten Werkstätten arbeiten.
- Hydro-Strahlen nutzen: Durch die feine Wasservernebelung wird ein großer Teil des Staubs direkt gebunden.
- Arbeitsbereiche und gestrahlte Teile anschließend feucht reinigen, damit sich Staub nicht erneut verteilt.
Gerade beim Hydro-Strahlen merkt man schnell den Unterschied: Die Staubwolke bleibt deutlich geringer, die Sicht auf das Werkstück wird besser und das Arbeiten oft angenehmer.
Auch Werkstattflächen, Fahrzeuge und Werkzeuge werden dabei meist deutlich weniger mit feinem Staub belastet.
Auch mit guter Schutzausrüstung sollte man staubintensive Arbeiten jedoch nie unterschätzen.
Quellen:
https://www.inrs.fr/risques/poussieres/ce-qu-il-faut-retenir.html
https://www.sstrn.fr/actualites/conseils-prevention-du-sstrn-poussieres-bois
https://www.nord.gouv.fr
https://www.carsat-bretagne.fr
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