Wie lässt sich eine Autokarosserie richtig strahlen?
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Inhaltsverzeichnis
- Das Strahlen vorbereiten
- So läuft das Strahlen ab
Möchten Sie Ihrem Fahrzeug neuen Glanz verleihen oder einen Oldtimer restaurieren? Dann ist Aeroradier-Strahlen beziehungsweise Niederdruckstrahlen eine der effektivsten Methoden, um Lack, Rost und Verschmutzungen von einer Karosserie zu entfernen.
Gerade bei älteren Fahrzeugen steckt oft mehr dahinter als nur „ein Auto“. Viele restaurieren ein früheres Jugendfahrzeug, ein Familienauto oder ein Projekt, das seit Jahren in der Garage wartet.
Unter alten Lackschichten versteckt sich dabei häufig deutlich mehr Rost als zunächst sichtbar ist. Viele Restaurierer entscheiden sich deshalb bewusst dafür, die Karosserie komplett bis aufs Blech freizulegen.
Der Moment, wenn unter verwittertem Lack wieder sauberes Metall sichtbar wird, gehört für viele zu den spannendsten Phasen einer Restaurierung.
Im Vergleich zu reinem Handschleifen spart das nicht nur viel Zeit. Auch schwer zugängliche Bereiche wie Falze, Kanten oder Rundungen lassen sich deutlich sauberer bearbeiten.
Natürlich kann man die Arbeiten an einen Fachbetrieb vergeben. Viele führen das Strahlen ihrer Karosserie heute aber selbst durch – mit einem mobilen Aeroradier-Strahlgerät und dem passenden Kompressor.

Die Karosserie richtig für das Strahlen vorbereiten
Aeroradier-Strahlen bietet bei der Fahrzeugrestaurierung viele Vorteile. Das Verfahren eignet sich für Stahl, dünnes Blech, Aluminium und viele andere Oberflächen.
Im Gegensatz zu klassischem aggressivem Sandstrahlen bleibt die Oberfläche deutlich kontrollierbarer. Gerade bei dünnem Karosserieblech zeigt sich schnell der Vorteil niedriger Arbeitsdrücke.
Alte Lackschichten, Flugrost oder Verschmutzungen lassen sich vollständig entfernen – auch an schwer erreichbaren Stellen.
Viele nutzen das Verfahren nicht nur für die Karosserie selbst, sondern auch für Felgen, Fahrwerksteile, Motorräume oder kleinere Anbauteile.
Gerade an alten Falzen, Schweißpunkten oder unter früheren Reparaturstellen zeigt sich oft erst nach dem Strahlen, in welchem Zustand die Karosserie wirklich ist.
Welche Geräte werden benötigt?
Wer eine Karosserie selbst strahlen möchte, benötigt vor allem zwei Dinge: ein mobiles Aeroradier-Strahlgerät und einen ausreichend leistungsstarken Kompressor.
Das Strahlgerät arbeitet mit Druckluft und projiziert das Strahlmittel mit relativ niedrigem Druck auf die Oberfläche.
Für kleinere Arbeiten reicht oft bereits ein 3-PS-Kompressor. Wer allerdings komplette Karosserien, Unterböden oder größere Flächen bearbeiten möchte, merkt schnell, wie angenehm mehr Luftleistung wird.
Mit größeren Kompressoren arbeitet man gleichmäßiger, schneller und entspannter – besonders bei längeren Restaurierungsprojekten.
Gut zu wissen: AEROCAP entwickelt mobile Aeroradier-Strahlgeräte für private Anwender, Restaurierer und Werkstätten. Alle Geräte werden in Frankreich gefertigt und auf Reparierbarkeit ausgelegt.
Welches Strahlmittel für Karosserien?
Für Karosseriearbeiten verwendet man in der Regel eher weiche Strahlmittel.
Nussschalen oder Natron eignen sich hervorragend, um Lackschichten oder leichten Rost zu entfernen, ohne die Oberfläche unnötig aggressiv anzugreifen.
Gerade bei empfindlichen Bereichen merkt man schnell, wie kontrolliert sich damit arbeiten lässt.
Mit solchen Strahlmitteln lassen sich auch Glasflächen, Scheinwerfer oder empfindliche Karosseriebereiche deutlich sicherer bearbeiten als mit grobem Industriestrahlmittel.
Bei tiefer Korrosion oder starkem Rost braucht man allerdings ein härteres Strahlmittel wie Garnet oder Korund – besonders an Radläufen, Unterböden oder alten Reparaturstellen.
Autokarosserien in der Praxis strahlen
Mit dem richtigen Material lässt sich das Strahlen einer Karosserie relativ schnell erlernen.
Kleinere Teile können zusätzlich in einer Strahlkabine bearbeitet werden. Für komplette Karosserien arbeitet man meist im Freien oder in gut belüfteten Werkstätten.
Viele Restaurierer arbeiten sich dabei Abschnitt für Abschnitt vor. Das macht die Kontrolle einfacher und verhindert, dass größere Flächen unnötig lange offen bleiben.
Gerade bei langen Projekten entsteht dabei oft eine besondere Verbindung zum Fahrzeug. Mit jedem freigelegten Bereich sieht man deutlicher, wie die Karosserie ursprünglich einmal aufgebaut war.
Wichtige Schutzausrüstung
Beim Strahlen entstehen feine Lack-, Rost- und Staubpartikel. Deshalb gehört ein guter Atemschutz unbedingt dazu.
Ein Filtersystem mit hochwertigen Kartuschen schützt deutlich besser als einfache Einwegmasken. Wer regelmäßig strahlt, arbeitet langfristig oft angenehmer mit einem Frischluftsystem.
Zusätzlich empfehlen sich Handschuhe, Schutzbrille und robuste Kleidung.
Die wichtigsten Arbeitsschritte
- Die Arbeiten möglichst im Außenbereich oder in einer gut belüfteten Halle durchführen.
- Die Karosserie gründlich reinigen und entfetten. Öl- oder Fettrückstände verschlechtern das Strahlergebnis deutlich.
- Das Aeroradier-Strahlgerät an den Kompressor anschließen und zunächst mit niedrigem Druck starten.
- Erst Luft öffnen, danach das Strahlmittel dosieren. Die richtige Einstellung ist erreicht, wenn sich Lack oder Rost gleichmäßig entfernen lassen.
- Die Strahldüse mit konstantem Abstand zur Oberfläche führen.
- Nicht zu lange auf derselben Stelle arbeiten. Gerade dünne Bleche reagieren empfindlicher als viele vermuten.
- Nach dem Strahlen die Oberfläche gründlich reinigen und entstauben.
- Anschließend möglichst schnell grundieren. Blankes Metall beginnt oft schon nach kurzer Zeit wieder leicht zu oxidieren.
Gerade bei älteren Fahrzeugen erkennt man nach dem Strahlen häufig erst den tatsächlichen Zustand der Karosserie – inklusive alter Reparaturen, Spachtelstellen oder versteckter Rostschäden.
Viele Restaurierer beschreiben genau diesen Schritt als einen der wichtigsten Momente im gesamten Projekt: Zum ersten Mal sieht man wieder die echte Substanz des Fahrzeugs.
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