Welches Strahlmittel eignet sich für Metall? Tipps für sauberes Strahlen und Entrosten

Rost am Gartentor, alte Farbe auf Felgen, matte Aluminiumteile oder Fahrzeugkomponenten aus der Werkstatt: Metall reagiert beim Strahlen anders als Holz oder Stein. Die Oberfläche ist härter, Beschichtungen sitzen oft fester und Rost frisst sich je nach Bauteil tief in Kanten, Falze und Übergänge.

Niederdruckstrahlen kann solche Metallflächen kontrolliert vorbereiten, wenn Strahlmittel, Körnung, Druck und Luftleistung zusammenpassen. Ein zu weiches Strahlmittel löst Rost nur langsam. Ein zu aggressives Korn kann empfindliche Oberflächen unnötig aufrauen.

Mit Niederdruckstrahlen bearbeitetes Fahrzeug

Welches Strahlmittel eignet sich für Metall?

Beim Niederdruckstrahlen von Metall werden Rost, Lack, Zunder oder Verschmutzungen abgetragen, bevor anschließend lackiert, beschichtet oder weiterbearbeitet wird. Gearbeitet wird meist mit niedrigem Druck zwischen 2 und 4 bar.

Bei Stahl, Eisen und Aluminium zählt die Kontrolle des Abtrags. Dünnes Blech verzeiht weniger als ein massives Stahlprofil. Aluminium reagiert anders als ein rostiges Gartentor. Deshalb wird das Strahlmittel nicht nur nach „Metall“, sondern nach Oberfläche und Zustand gewählt.

Garnet - das klassische Strahlmittel zum Entrosten

Für Metalloberflächen werden härtere Strahlmittel eingesetzt. Garnet eignet sich zum Entfernen von Rost, alten Lackschichten, Zunder oder festen Beschichtungen.

Für stärkere Metallarbeiten werden häufig gröbere Körnungen wie 30/60 oder 80 Mesh verwendet. Alte Farbe, Unterbodenschutz, Oxidation oder dickere Schichten brauchen mehr Biss als leichte Verschmutzungen.

Neben dem Druck entscheidet die Luftversorgung über das Strahlbild. Fällt die Luftmenge ab, arbeitet die Düse unruhig, Rost bleibt stellenweise stehen und die Oberfläche wird fleckig vorbereitet.

Bei kleineren Teilen wie Rohren, Lagern, Motorradteilen oder Motorkomponenten kann eine Strahlkabine sinnvoll sein. Sie hält Strahlmittel und Staub im Arbeitsbereich und erleichtert das Wiederverwenden des Materials.

Gut zu wissen: Bei Aerocap verwenden wir hochwertiges Khiaya Garnet, das gleichmäßig läuft und sich gut für Metall eignet.

Welche Metalloberflächen lassen sich strahlen?

Mit Niederdruckstrahlen lassen sich viele Metalloberflächen bearbeiten, darunter Stahl, Eisen und Aluminium.

Typische Anwendungen sind:

  • rostige Gartentore oder Zäune
  • Gartenmöbel aus Metall
  • Gussheizkörper
  • Metalljalousien oder Fensterläden
  • Motorteile und Zylinderköpfe
  • Fahrzeugkarosserien und Felgen
  • Motorradrahmen
  • Anhänger oder Metallgestelle
  • Stahlkonstruktionen
  • weitere Metallteile aus Werkstatt, Garten oder Fahrzeugrestaurierung

Welches Strahlmittel eignet sich für Metall-Finishes?

Niederdruckstrahlen wird nicht nur zum Entrosten oder Entlacken eingesetzt. Metallflächen können damit auch gereinigt, vereinheitlicht oder optisch aufgearbeitet werden.

Für solche Arbeiten kommen weichere Strahlmittel wie Glasperlen oder Walnussschalen infrage. Sie greifen weniger stark an und verändern die Oberfläche feiner.

Glasperlen - für feine Metalloberflächen

Glasperlen eignen sich für Metall-Finishes, bei denen die Oberfläche gereinigt und gleichmäßiger wirken soll. Durch ihre runde Form schneiden sie weniger stark ins Material als kantige Strahlmittel.

Das Ergebnis ist eine eher satinierte Oberfläche. Auf Aluminium, Edelstahl oder Felgen kann das sauber wirken, ohne tiefe Strukturen ins Metall zu schlagen.

Typische Anwendungen mit Glasperlen

  • Reinigung von Schweißnähten aus Edelstahl oder Aluminium
  • leichte Aufbereitung von Kratzern auf Metallteilen oder Felgen
  • gleichmäßige satinierte Oberflächen auf Motorradteilen, Auspuffen oder Aluminiumfelgen

Metall reinigen mit Natriumbicarbonat

Natriumbicarbonat wird eingesetzt, wenn Metallteile gereinigt, aber nicht stark aufgeraut werden sollen. Das feine Strahlmittel arbeitet deutlich schonender als Garnet.

Bei Motorteilen, empfindlichen Bauteilen oder schwer erreichbaren Stellen kann das sinnvoll sein. Rückstände lassen sich mit Wasser entfernen, was bei bestimmten Werkstattarbeiten praktisch ist.

Auch in Lebensmittelbereichen oder bei sensiblen Oberflächen kann Natriumbicarbonat passen, wenn keine aggressive Bearbeitung gewünscht ist.

FAQ

Wie teuer ist Metallstrahlen?

Die Kosten hängen von Strahlmittel, Verbrauch, Fläche und Wiederverwendung ab. Garnet ist häufig günstiger als Glasperlen oder Natriumbicarbonat und eignet sich für viele Entrostungsarbeiten.

Hochwertiges Garnet und Glasperlen lassen sich mehrfach verwenden, wenn sie sauber aufgefangen und gesiebt werden. Bei größeren Metallteilen, Felgen oder Serienarbeiten macht das einen deutlichen Unterschied bei den laufenden Kosten.

Kann man normalen Sand verwenden?

Nein. Spielsand oder Bausand ist für Niederdruckstrahlen ungeeignet. Die Körnung ist zu grob, ungleichmäßig und kann zu Verstopfungen führen.

Zusätzlich kann normaler Sand freie Silica enthalten. Diese ist gesundheitsschädlich und gehört nicht in moderne Strahlarbeiten.

Auch wenn im Alltag von „Sandstrahlen“ gesprochen wird, arbeitet man bei modernen Niederdruck-Systemen mit feinen Strahlmitteln von maximal 0,6 mm Körnung.

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