Welches Strahlmittel eignet sich für Holz? Tipps für sauberes Niederdruckstrahlen
Holz reagiert beim Strahlen anders als Metall oder Stein. Weiche Fasern öffnen sich schneller, harte Jahresringe bleiben länger stehen, alte Lackschichten lösen sich je nach Aufbau unterschiedlich. Deshalb entscheidet das Strahlmittel direkt darüber, ob die Oberfläche sauber freigelegt wird oder zu stark aufraut.
Bei Möbeln, Fachwerkbalken, Fensterläden oder alten Holztüren zählt nicht nur die Maschine. Druck, Düse, Luftmenge und Körnung müssen zur Holzart passen. Ein zu grobes Korn greift empfindliche Flächen an. Ein zu feines Korn arbeitet schonender, braucht bei dicken Beschichtungen aber mehr Zeit.

Welches Strahlmittel für Holz?
Für das Niederdruckstrahlen von Holz eignen sich verschiedene Strahlmittel. Entscheidend sind Härte, Körnung und das gewünschte Oberflächenbild.
Garnet - der vielseitige Klassiker
Garnet ist ein natürliches mineralisches Strahlmittel mit hoher Härte. Auf Holz arbeitet es kontrolliert, wenn Druck und Körnung richtig gewählt werden. Alte Lacke lösen sich, die Oberfläche wird gereinigt und die Holzstruktur bleibt besser steuerbar als bei grobem Abtrag.
Garnet erzeugt vergleichsweise wenig Staub und kann bei sauberem Auffangen mehrfach wiederverwendet werden. Das ist bei größeren Projekten wie Fachwerk, Balken, Fensterläden oder mehreren Möbelstücken relevant.
Die Körnung bestimmt, wie stark das Korn auf die Oberfläche wirkt:
- Garnet 200 Mesh eignet sich für empfindliche Möbel, feinere Holzarbeiten oder leichte Oberflächenreinigung. Für sehr sensible Oberflächen kommt auch 400 Mesh infrage.
- Garnet 120 Mesh wird für viele Holzarbeiten eingesetzt. Damit lassen sich lackierte oder lasierte Holzoberflächen sauber entlacken, ohne die Oberfläche unnötig aggressiv zu öffnen.
- Garnet 80 Mesh passt zu harten Lacken, mehreren Farbschichten oder robusten Holzarten wie Eiche, alten Balken und Fachwerk.
Weitere Strahlmittel für Holz
Neben Garnet werden beim Niederdruckstrahlen auch Glasperlen, Natriumbicarbonat oder Walnussschalen verwendet. Diese Strahlmittel arbeiten weicher und passen zu empfindlicheren Oberflächen.
- Zerkleinerte Walnussschalen sind besonders schonend und zerkratzen Glas nicht. Sie eignen sich für Fensterrahmen, Vitrinen oder Möbel mit Glasflächen.
- Glasperlen werden für leichte Reinigungsarbeiten oder zum Aufhellen alter Holzoberflächen eingesetzt.
- Natriumbicarbonat gehört zu den weichsten Strahlmitteln. Es passt zu vorsichtiger Reinigung und empfindlichen Innenbereichen. Bei manchen Holzarten kann sich der Farbton verändern.
Das passende Strahlmittel wählen und richtig einsetzen
Die richtige Körnung hängt vom Ziel ab. Soll das Holz komplett freigelegt werden, braucht es mehr Abtrag. Soll nur Schmutz oder eine dünne Schicht entfernt werden, reicht ein feineres Strahlmittel.
Holzart, Lackaufbau und verfügbare Luftmenge beeinflussen die Auswahl. Beim Holzstrahlen liegen viele Arbeiten im Bereich von 80 bis 120 Mesh. Für feinere Oberflächen, Abschlussarbeiten oder empfindliche Möbel kommen 200 bis 400 Mesh zum Einsatz.
Welche Körnung eignet sich für Holzmöbel?
Bei Möbeln entscheidet die Oberfläche. Eine massive Tischplatte verträgt mehr als ein furniertes Bauteil, eine verzierte Tür oder ein alter Stuhl mit dünnen Kanten.
- Für lackierte oder lasierte Holzmöbel ist Garnet 120 Mesh häufig die passende Basis.
- Bei empfindlichen oder älteren Möbeln arbeitet feineres Garnet ab 200 Mesh oder Walnussschale kontrollierter.
- Bei mehreren alten Lackschichten oder harten Beschichtungen kann 80 Mesh sinnvoll sein.
Das Holz soll freigelegt werden, ohne dass Fasern unnötig auswaschen oder Kanten ausfransen. Deshalb wird bei sichtbaren Möbelteilen und alten Balken besser vorsichtig gestartet.
Den richtigen Arbeitsdruck finden
Die Wirkung des Strahlmittels verändert sich mit dem Arbeitsdruck. Niedriger Druck hält Holzfasern ruhiger. Höherer Druck löst mehr Beschichtung, kann aber weiche Bereiche stärker öffnen.
Die passende Einstellung ist erreicht, wenn Lack oder Schmutz sauber abgetragen werden und das Holz nicht sichtbar angegriffen wird.
Am Anfang wird mit wenig Druck gearbeitet. Danach wird die Einstellung Stück für Stück erhöht, bis Oberfläche, Strahlmittel und Düse zusammenpassen. Eine gleichmäßige Luftversorgung hält das Strahlbild ruhiger als ein hoher Druck, der während der Arbeit abfällt.
Für viele Holzprojekte reicht ein kompakter Werkstattkompressor aus, wenn Düse und Arbeitsdruck entsprechend gewählt werden.
Praktische Tipps zum Strahlen von Holz
Wenn Strahlmittel, Düse und Druck passen, bleiben Verbrauch, Wiederverwendung und Schutz im Blick. Holzstaub, alte Lacke und gelöste Beschichtungen gehören nicht in die Atemwege.
Wie viele Säcke Strahlmittel werden benötigt?
Beim Niederdruckstrahlen ist der Verbrauch geringer als bei klassischen Hochdruckverfahren. Hochwertiges Garnet lässt sich außerdem mehrfach wiederverwenden, wenn es sauber aufgefangen wird.
Dafür werden Planen unter die Arbeitsfläche gelegt. Nach dem Strahlen wird das Material gesammelt, gesiebt und erneut verwendet. Garnet kann je nach Verschmutzung und Oberfläche mehrere Durchgänge überstehen.
Mit 3 Säcken lassen sich etwa 9 m² bearbeiten. Durch Wiederverwendung erhöht sich die Fläche deutlich, solange das Material sauber bleibt.
Sicher arbeiten beim Holzstrahlen
Beim Strahlen von Holz entsteht Staub aus Strahlmittel, Holzfasern, alter Farbe und Lackresten. Gesicht und Atemwege müssen geschützt werden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Für staubärmere Außenarbeiten kann Hydro-Strahlen eingesetzt werden. Wasser bindet einen Teil der Staubpartikel direkt am Boden. Bei Innenarbeiten oder empfindlichen Möbeln muss Feuchtigkeit dagegen sorgfältig bewertet werden.
Für kleinere Holzobjekte kann eine Strahlkabine sinnvoll sein. Sie begrenzt Staub, hält Strahlmittel im Arbeitsbereich und erlaubt wetterunabhängiges Arbeiten.
Preise und Bezugsquellen
Strahlmittel für Holz gibt es online, im Fachhandel oder direkt bei Herstellern von Niederdruckstrahlgeräten. Qualität, Reinheit und Siebung unterscheiden sich deutlich.
Bei Aerocap verwenden wir hochwertiges Garnet, das ein gleichmäßiges und kontrolliertes Strahlbild unterstützt.
Das verwendete Strahlmittel sollte keine freie Silica enthalten. Diese kann gesundheitsschädlich sein und gehört nicht in moderne Strahlarbeiten.
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